Kaffee, Kardamom & Halloween-Magie
Kaffee-Kardamom-Fledermaus-Cannelés
Diese Kaffee-Kardamom-Fledermaus-Cannelés verbinden eine tief mahagonibraune, knusprig karamellisierte und leicht glänzende Hülle mit einem hellen, feucht-elastischen und unregelmäßig porigen Inneren. Große dunkle Schokoladenflügel mit ausgeprägten Adern, plastische weiße Augen und kleine Fangzähne verwandeln das französische Kleingebäck in kleine Halloween-Fledermäuse wie auf dem Bild.
Die Schokoladenflügel, Augen und Fangzähne werden bereits während der 24-stündigen Teigruhe vorbereitet. Deshalb laufen Teile der aktiven Zubereitungszeit parallel zur Ruhezeit und werden bei der Gesamtzeit nicht nochmals vollständig addiert.
Zubereitung
Schritt für Schritt
Kaffee-Kardamom-Milch aromatisieren
Die Kardamomkapseln mit der flachen Seite eines Messers leicht andrücken, sodass sie aufspringen, die Samen aber nicht fein zermahlen werden. Die Vanilleschote längs aufschneiden und das Mark herauskratzen. Vollmilch, Espresso, Butter, Vanillemark, Vanilleschote und Kardamom in einen Topf geben.
Bei mittlerer Hitze langsam erwärmen, bis die Butter vollständig geschmolzen ist und die Flüssigkeit deutlich dampft, aber nicht sprudelnd kocht. Vom Herd nehmen, zugedeckt 15 Minuten ziehen lassen und anschließend durch ein feines Sieb gießen. Auf etwa 50–55 °C abkühlen lassen, damit die Eier beim späteren Einrühren nicht stocken.
Cannelé-Teig anrühren & passieren
Eier, Eigelbe, Zucker und Salz mit einem Schneebesen nur so lange verrühren, bis sich alles gleichmäßig verbunden hat. Nicht schaumig schlagen. Das Mehl darübersieben und langsam einarbeiten. Zunächst ungefähr ein Viertel der 50–55 °C warmen Aromamilch zufügen und ruhig rühren, bis die zunächst dickere Eier-Mehl-Basis glatt ist.
Die restliche Flüssigkeit in zwei bis drei Portionen einarbeiten. Rum, ¼ TL sehr fein gemahlenen Kardamom und ½ TL lösliches Espressopulver kurz unterrühren. Der fertige Teig ist sehr dünnflüssig und soll möglichst wenige Luftblasen enthalten. Durch ein feines Sieb in einen verschließbaren Behälter gießen; feine Vanillesamen und kleinste Kardamompartikel dürfen sichtbar bleiben.
Teig kontrolliert reifen lassen
Den Behälter verschließen und den Teig 24 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen. Während dieser Zeit nicht aufschlagen oder unnötig bewegen. Eine leichte Trennung von Flüssigkeit und feinen Bestandteilen am Boden ist bei dem sehr dünnen Cannelé-Teig normal.
Die lange Reifezeit hydratisiert das Mehl vollständig und lässt Kaffee, Vanille und Kardamom gleichmäßig durchziehen. Gleichzeitig unterstützt sie nach dem Backen ein gesetztes, feuchtes und elastisches Inneres mit unregelmäßigen Poren statt eines rohen oder flüssigen Zentrums.
Schokoladenflügel vorbereiten & formen
Während der Teigruhe auf einem Blatt Papier 13 spiegelbildliche Flügelpaare vorzeichnen. Jeder einzelne Flügel soll etwa 6–7 cm lang sein und einen breiten inneren Ansatz, einen geschwungenen oberen Rand sowie drei markante Spitzen besitzen. Die Vorlage unter glattes Backpapier legen.
Die 220 g Zartbitterkuvertüre temperieren: Zwei Drittel auf 45–50 °C schmelzen, vom Wasserbad nehmen und das restliche Drittel einrühren. Unter ruhigem Rühren auf 27–28 °C abkühlen. Verbliebene feste Stückchen entfernen, anschließend vorsichtig auf 31–32 °C Arbeitstemperatur erwärmen und etwa 20 g als Befestigungsreserve abnehmen.
Die übrige Kuvertüre innerhalb der Schablonen 2–3 mm stark verteilen. Die inneren Ansätze breit und stabil formen und mit wenig zusätzlicher Kuvertüre erhabene Flügeladern aufspritzen. Vollständig fest werden lassen. Zwölf Paare werden verwendet, ein Paar bleibt als Bruchreserve. Flügel und Reserve trocken, abgedeckt und bei kühler Raumtemperatur lagern; nicht in den Kühlschrank stellen.
Augen & Fangzähne herstellen
Die weiße Kuvertüre temperieren: etwa zwei Drittel auf 40–45 °C schmelzen, vom Wasserbad nehmen und das restliche Drittel einrühren. Unter ruhigem Rühren auf 26–27 °C abkühlen lassen. Verbliebene feste Stückchen entfernen und die Kuvertüre anschließend vorsichtig auf 28–29 °C Arbeitstemperatur erwärmen.
Für die Augen 24 etwa 10–12 mm breite Kuvertürepunkte aufspritzen und genügend Schokolade auf einer kleinen Fläche absetzen, damit sichtbar dicke, leicht kuppelförmige Augen entstehen. Zusätzlich 24 kleine dreieckige Fangzähne von etwa 8–10 mm Länge formen und vollständig fest werden lassen.
Eine kleine Menge der 25 g Zartbitterkuvertüre vorsichtig auf 31–32 °C erwärmen und auf jedes Auge eine kompakte dunkle Pupille setzen. Die restliche Kuvertüre für die spätere Befestigung der Gesichter zurückhalten. Augen und Fangzähne einlagig, trocken und abgedeckt bei kühler Raumtemperatur lagern; nicht in den Kühlschrank stellen.
Förmchen vorbereiten & Backofen vorheizen
Zwölf Metall-Cannelé-Förmchen mit etwa 5,5 cm Durchmesser und 5,5 cm Höhe verwenden, die für mindestens 240 °C Ober-/Unterhitze geeignet sind. Die Formen innen sehr dünn und vollständig mit weicher Butter ausstreichen. Besonders die tiefen Rillen sorgfältig erfassen, am Boden aber keine sichtbaren Butteransammlungen stehen lassen. Anschließend 15 Minuten in den Kühlschrank stellen.
Gegen Ende der Kühlzeit den Backofen vollständig auf 240 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein stabiles Metallblech bei Raumtemperatur bereithalten; es wird bewusst nicht vorgeheizt. So beginnen alle Förmchen auf derselben kontrollierten Ausgangstemperatur, während die starke Anfangshitze des Ofens die Karamellisierung übernimmt.
Kalten Teig homogenisieren & Förmchen füllen
Den gereiften Teig direkt aus dem Kühlschrank verarbeiten. Hat sich am Boden ein leichter Film abgesetzt, mit einem Teigschaber oder Schneebesen langsam nur wenige Male vom Boden her durchziehen, bis die Masse wieder gleichmäßig aussieht. Nicht kräftig schlagen und keinen Schaum erzeugen.
Größere Luftblasen an der Oberfläche entfernen. Den kalten Teig gleichmäßig in die ebenfalls kalten Förmchen verteilen und jeweils etwa 8–10 mm unter dem oberen Rand stoppen. Die Formen auf das nicht vorgeheizte Metallblech stellen und unmittelbar in den vollständig vorgeheizten Backofen schieben.
Cannelés zweistufig dunkel karamellisieren
Das Blech auf der unteren mittleren Schiene zunächst 10 Minuten bei 240 °C Ober-/Unterhitze backen. Die Backofentür geschlossen lassen. Anschließend die Temperatur ohne Öffnen auf 190 °C reduzieren und weitere 45–55 Minuten backen. Die Gesamtbackzeit beträgt damit etwa 55–65 Minuten.
Während des Backens ist hauptsächlich die frei liegende Oberfläche sichtbar; die geriffelten Seiten liegen an den Metallformen an und können durch die Backofenscheibe nicht zuverlässig beurteilt werden. Das Ziel ist nach dem Ausformen eine rundherum tief mahagonibraune, feste und leicht glänzende Karamellkruste.
Garpunkt prüfen, ausformen & auskühlen
Ab etwa 55 Minuten Gesamtbackzeit ein Test-Cannelé mit hitzefesten Ofenhandschuhen vorsichtig stürzen. Löst es sich nicht unmittelbar sauber aus der Form, nicht daran ziehen oder hebeln. Die Form zurück auf das Blech stellen und zunächst weitere 5 Minuten backen. Löst es sich sauber und bleibt stabil, die geriffelten Seiten beurteilen.
Sind die Seiten noch hell- bis mittelbraun, das stabile Cannelé vorsichtig wieder in die Form gleiten lassen und die Charge weitere 5–10 Minuten backen. Bei tief mahagonibrauner, fester Kruste zusätzlich mit einem dünnen Holzstäbchen das Innere prüfen. Es darf feucht sein und weiche Krümel tragen, aber keinen flüssigen oder glänzend rohen Teig.
Nach dem Backen die Cannelés etwa 2 Minuten in den Förmchen ruhen lassen und anschließend vorsichtig auf ein Kuchengitter stürzen. Nicht vollständig in den Formen auskühlen lassen, da eingeschlossener Wasserdampf die Kruste aufweichen würde. Mindestens 45 Minuten auskühlen lassen. Das Innere soll hell, feucht-elastisch und unregelmäßig porig, aber weder roh noch flüssig oder puddingartig sein.
Fledermausgesichter befestigen
Die zurückgehaltene Zartbitterkuvertüre für die Gesichtsdetails vorsichtig auf 31–32 °C erwärmen, bis sie gerade wieder fließfähig ist. Auf jedes vollständig ausgekühlte Cannelé im oberen Vorderdrittel zwei kuppelförmige Augen setzen und mit jeweils einem kleinen Kuvertürepunkt befestigen.
Direkt darunter zwei weiße Fangzähne mit den Spitzen nach unten anbringen. Nur so viel Kuvertüre verwenden, wie für einen sicheren Halt nötig ist, damit keine breiten dunklen Klebestellen entstehen und die geriffelte karamellisierte Oberfläche sichtbar bleibt.
Fledermausflügel stabil befestigen
Links und rechts im oberen bis mittleren Drittel jedes Cannelés, ungefähr auf Höhe der Augen beziehungsweise leicht darunter, mit der Spitze eines dünnen scharfen Messers nur eine etwa 2–3 mm flache Kerbe in die feste Außenkruste setzen. Nicht tief in das feuchte Innere schneiden.
Die zurückgehaltenen etwa 20 g Flügelkuvertüre vorsichtig auf 31–32 °C erwärmen, bis sie gerade wieder gleichmäßig fließfähig ist. Den breiten Ansatz eines linken und eines rechten Flügels dünn damit bestreichen.
Die Flügel an den vorbereiteten Kerben ansetzen und seitlich leicht nach oben ausrichten. Kurz ruhig halten, bis beide stabil sitzen. Für jedes Cannelé ein spiegelbildliches Paar verwenden; das dreizehnte Paar bleibt als Reserve.
Kaffee-Kardamom-Finish aufbringen & servieren
Den restlichen ¼ TL sehr fein gemahlenen Kardamom mit ½ TL löslichem Espressopulver vermischen. Nur einzelne kleine Prisen locker über einige Cannelés beziehungsweise die Servierplatte verteilen. Die tief mahagonibraune, leicht glänzende Kruste soll deutlich sichtbar bleiben.
Die Fledermaus-Cannelés möglichst am Tag des Backens servieren. Bis zum Servieren bei kühler Raumtemperatur auf einem Teller oder Kuchengitter unter einer locker aufgelegten Haube trocken aufbewahren. Nicht luftdicht verschließen und nicht in den Kühlschrank stellen, damit die karamellisierte Kruste möglichst lange knusprig bleibt.
Nährwerte pro Stück
Ungefähre Durchschnittswerte bei 12 vollständig dekorierten Cannelés. Berechnet ist die voraussichtlich tatsächlich am fertigen Gebäck verwendete Dekoration von etwa 195 g Zartbitterkuvertüre für Flügel und Befestigung, etwa 40 g weißer Kuvertüre sowie etwa 10 g Zartbitterkuvertüre für Pupillen und Gesichter. Reservepaar und übrige Temperier-Arbeitsmengen sind nicht als verzehrte Menge eingerechnet.
Meine Backhelfer
Premium Toolbox
Drei passende Helfer für die stark geriffelte Cannelé-Form, einen blasenarmen Teig und die präzisen Fledermausdetails aus Schokolade.
de Buyer Edelstahl-Cannelé-Form 3065.55 · Ø 5,5 × H 5,5 cm
Die Edelstahlform entspricht mit etwa 5,5 cm Durchmesser und 5,5 cm Höhe genau der für dieses Rezept festgelegten Größe und unterstützt durch die direkte Wärmeleitung eine kräftige Cannelé-Kruste. Vor dem Einsatz die Temperaturfreigabe des konkret angebotenen Modells für die hier verwendeten 240 °C prüfen.
de Buyer Cannelé-Form ansehenFackelmann Schneebesen
Der handliche Schneebesen eignet sich zum ruhigen Verbinden von Eiermasse, Mehl und Aromamilch und hilft, den dünnflüssigen Cannelé-Teig homogen zu halten, ohne unnötig viel Luft einzuschlagen.
Fackelmann Schneebesen ansehenDecocino Spritztüllen-Set
Der Spritzbeutel mit passenden Tüllen erleichtert das kontrollierte Formen der erhabenen Schokoladenadern sowie der plastischen Augen und kleinen Fangzahndetails für die Fledermausdekoration.
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Die Rezeptur ist auf zwölf Metall-Cannelé-Förmchen mit etwa 5,5 cm Durchmesser und 5,5 cm Höhe abgestimmt: 500 ml Gesamtflüssigkeit aus Milch und Espresso, 24 Stunden Teigruhe und die zweistufige Hitze erzeugen eine tief karamellisierte Hülle bei einem hellen, feucht-elastischen und unregelmäßig porigen Inneren. Der Garpunkt wird sowohl über die Farbe der ausgeformten Rillen als auch über das gesetzte, feuchte Zentrum kontrolliert. Dreizehn spiegelbildliche Flügelpaare liefern zwölf vollständige Dekorationen plus ein Reservepaar.
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